Carrotmob

Nachhaltigkeit auf Nachfrage

 
Ein Carrotmob geht so: In einem Stadtteil werden unterschiedliche Ladenbesitzer angesprochen und gefragt, wie viel Prozent ihres Umsatzes sie in umwelt- und sozialverträgliche Maßnahmen investieren würden, wenn sie an einem bestimmten Tag von einer regelrechten „Kundenflut“ heimgesucht werden würden. Für das Geschäft, das am meisten bietet, wird dann vor allem über das Internet kräftig mobilisiert, damit an dem vereinbarten Tag möglichst viele Menschen dort einkaufen, der Umsatz hochschnellt und damit auch die Summe, die anschließend für die Anschaffung energieeffizienter Geräte, den Bezug von Ökostrom oder für andere nachhaltige Maßnahmen verwendet wird. 
Ein Beispiel liefert der 1. Carrotmob im Hamburger Schanzenviertel am 05.06.2010:
 

 

Der Begriff des „Carrotmob“ bedient sich der englischen Redewendung „carrot and stick“ (dtsch: “Zuckerbrot und Peitsche”). Es gilt also einen Esel mit einer Möhre zu locken, damit er sich bewegt – in diesem Fall in Richtung Nachhaltigkeit! Somit nutzt der Carrotmob die Macht der Konsumenten/innen, die mit ihrer Kaufkraft als Belohnung für nachhaltige Ideen winken. Angesprochen werden eher kleine Einzelhandelsgeschäfte, die im Gegensatz zu den großen Supermarktketten häufig nicht über das entsprechende Know-How und die nötigen finanziellen Mittel verfügen um Änderungen im Sinne der Nachhaltigkeit vorzunehmen. Als Erfinder des Carrotmobs gilt Brent Schulkin aus den USA.

 

Da sich dieses Prinzip letztlich auf alle möglichen Formen von Unternehmen und Dienstleistungen übertragen lässt, entstehen immer neue Formen des Carrotmobs, z.B. der CarrotClubMob, bei dem der/die meistbietende Clubbetreiber/in mit einem möglichst großen Partyvolk „belohnt“ wird.

 

Links

 

www.carrotmob.org (englischsprachig)
www.carrotmobhh.de

 

Bild: Creative Commons-Lizenz by Charleston’sTheDigitel@flickr