Politisches Aktionstheater

Politisches Aktionstheater unterscheidet sich vom traditionellen Theater, das meist in geschlossenen Räumen und vor zahlendem Publikum stattfindet. Es passiert im Freien und vor allen: z.B. Fußgänger/innen auf der Straße, Wartenden in der U-Bahn, Kunden vor den Supermärkten, Angestellten vor Firmengebäuden. Indem das Aktionstheater im öffentlichen Raum passiert, greift es in den „normalen“ Ablauf ein. Dabei möchte das Aktionstheater diese „Normalität“ kommentieren, sich kritisch mit ihr auseinandersetzen und Verdecktes aufdecken. Politisches Aktionstheater bedeutet, nicht weg zu schauen, sondern zu intervenieren, zu verändern und in Aktion zu treten.

 

Die Themen werden mit Hilfe kreativer Ausdrucksformen in die Öffentlichkeit getragen. Diese  sind oft eine Mischung aus darstellender und bildender Kunst. Der Schwerpunkt liegt mehr auf visueller Ästhetik, Rhythmus und Musik und weniger auf Sprache. Nur klare und kurze Aussagen, plastisch und polarisierend vorgebracht, können nämlich im Straßenlärm die Vorbeigehenden erreichen.

 

Eigene politische Anliegen mit Theater als Aussdrucksform zu verbinden hat einen großen Vorteil: Auf diese Weise kann die Aufmerksamkeit der Medien auf die Inhalte gelenkt werden. Theater im öffentlichen Raum liefert durch seine Visualisierung der politischen Themen Bilder und Geschichten – eine Story, die Medien brauchen und wollen.

 

Links

 

Till Baumann – Theatermacher und Musiker, leitet Workshops, Seminare und Fortbildungen zu Politischem Aktionstheater in Europa, Lateinamerika und Afrika. Auf seiner Webseite findest Du Texte, Bilder und interessante Links.

Harald Hahn – Radio- und Theatermacher mit Schwerpunkt “Theater der Unterdrückten” und “Politisches Aktionstheater”. Die Internetseite bietet viele Informationen zu Politischem Aktionstheater und Hinweise zu Seminaren und Aufführungen.

Bild: Creative-Commons-Lizenz by Rainer Zimmermann@flickr