Essen

Kauf und iss Bio!

Ökologisch angebaute Lebensmittel sind besser für Tier, Mensch und Umwelt. Auch in Hamburg ist die Bio-Wende angekommen: Es gibt zahlreiche Bioläden wie Warenwirtschaft und Bio-Supermärkte wie Alnatura, Erdkorn, BIO COMPANY, basic und denn’s in der Hansestadt zu finden. Auch die konventionellen Supermärkte bieten mittlerweile Bio-Produkte an. Wenn Du noch nicht selber einkaufen gehst, dann versuche doch, deine Eltern und Bekannte von Bioprodukten zu überzeugen oder gründe eine Schulinitiative für Bio-Essen in eurer Kantine. Mittlerweile gibt es übrigens auch Bäckereien, Cafés und Restaurants, die Bio-Produkte verwenden. Hier findest Du sie!

 

Regional und saisonal, gute Wahl!
Der Transport vieler Lebensmittel über große Distanzen ist sehr energieaufwendig und schadet daher der Umwelt. Durch den Kauf regionaler Produkte kannst Du die Umwelt schonen und die lokale Wirtschaft unterstützen. Eine geringere CO2-Bilanz der Produkte ergibt sich aber vor allem durch eine Verbindung von regionaler und saisonaler Produktion. Äpfel, die bei uns im Frühjahr verkauft werden, mussten über Monate in Lagern gekühlt werden. Die Kühlanlagen verbrauchen jedoch mehr Energie als der Import von frisch geernteten Äpfeln aus Neuseeland per Schiff. Mit folgendem Kalender weißt Du immer Bescheid, welche Obst und Gemüsesorten in Deutschland gerade geerntet werden.

 

Solidarische Landwirtschaft –  „besser geht´s nicht!“
Ein Ansatz, der “bio”, “regional” und “saisonal” in sich vereint, ist die sogenannte Solidarische Landwirtschaft (community supported agriculture). Hier bilden ein landwirtschaftlicher Betrieb auf der einen und Verbraucher auf der anderen Seite eine Wirtschaftsgemeinschaft, die Zwischenhändler ausschaltet und sich auf diese Weise von den Zwängen des Marktes befreit. Auch in Hamburg hat man die Möglichkeit, sich einer solchen Wirtschaftsgemeinschaft anzuschliessen, da es ca. 60 km nördlich von Hamburg den Kattendorfer Hof gibt, der genau nach diesem Wirtschaftsmodell arbeitet und seine in Demeter-Qualität produzierten Lebensmittel nach Hamburg liefert. In Eimsbüttel gibt es auch einen kleinen Bio-Laden des Kattendorfer Hofes. Nähere Informationen findest Du auf der Webseite des Kattendorfer Hofes.

 
Gemüse-Abo

Seit den 90ern liefern norddeutsche Biobauernhöfe jede Woche frische, regionale Lebensmittel frei Haus.  Neben der Grünen Kiste vom Demeter-Hof Gut Wulfsdorf gibt es unteranderem Gemüse-Abos von der Demeter-Gärtnerei Sannmann, Lehmanns Bio sowie vom Bioland Gut Wulksfelde. Dir werden unteranderem Gemüse, Obst, Salat, Eier und Brot in einem Abonnement geliefert, das heißt Du bekommst Lebensmittel, die je nach Erntelage zusammengestellt werden. Es wird nur das geerntet, was auch verbraucht wird, somit wird nichts wegeschmissen. Es gibt unterschiedliche Arten von Abos und Du kannst diese ganz einfach für Dich selber zusammenstellen bzw. ändern. Auch eher unbekannte Lebensmittel wie Postelein finden den Weg in die Kiste, dazu sind bei jeder Lieferung einfache Rezepte beigefügt oder auf der Website zu finden für ein problemloses Kennenlernen.

 

Selber Anbauen
Noch regionaler und saisonaler als Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten geht wohl kaum. Du hast keinen Garten? Macht nichts! Es lässt sich nämlich auch prima gemeinschaftlich gärtnern! „Urbanes Gärtnern“ heißt der neue Trend. Mit dem „Gartendeck“ in St. Pauli ist im letzten Jahr ein erster Gemeinschaftsgarten entstanden, in dem Gemüse und Kräuter angebaut werden und der allen offen steht. Und wenn St. Pauli für Dich nicht gut zu erreichen ist, kannst Du auf dem Portal „GrünAnTeil“ nachschauen, ob es auch in Deiner Nähe geeignete Flächen und Mitgärtner/innen gibt! Eine andere Idee wäre, in Deiner Schule nachzufragen, ob es Flächen gibt, die für einen Garten zur Verfügung stünden.

 
Fairer Handel

Wenn Du mit deiner Macht als Konsument/in auch dazu beitragen willst, dass Menschen für ihre Arbeit einen gerechten Lohn erhalten und Kinderarbeit ein Ende hat, dann versuche, auf Produkte mit dem Fairtrade-Siegel umzusteigen. In den meisten Bioläden, in Weltläden und in vielen Supermärkten kannst du fair gehandelte Produkte wie Bananen, Orangen, Schokolade, Reis, Kaffee, Tee und vieles mehr kaufen. Eine weitere Möglichkeit, sich für den Fairen Handel zu engagieren, wäre, ehrenamtlich in einem Weltladen mitzuarbeiten. Hier findest Du Läden, Weltläden und Cafés, die in Deiner Nähe fair gehandelte Produkte anbieten.

 

Fair Trade Botschafter
Wer Lust hat, mit kreativen Aktionen den Fairen Handel bekannter zu machen, kann „Fair Trade Botschafter“ werden. Ob Fototrailer oder Webblog, Unterrichtsprojekt oder Schulweltladen – (fast) alles ist erlaubt, wenn es den Fairen Handel fördert. Das Aktionsbündnis hamburg mal fair unterstützt die Botschafter/innen mit Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung und hilft bei Planung und Realisierung der Ideen.
Mehr dazu findest Du unter www.hamburgmalfair.de.

 

Gemüse ist mein Fleisch – Reduziere deinen Verbrauch an Tierprodukten
Indem Du deinen Verbrauch an tierischen Lebensmitteln verringerst, trägst Du dazu bei, die Umwelt und unser Klima zu schützen. Im Internet kannst Du viele leckere vegetarische oder vegane Rezepte finden: Zum Beispiel auf dem YouTube-Kanal von Attila Hildmann oder auf dem Blog “Vegan Guerilla” von Hamburgerin Sarah Kaufmann. Wenn Du nicht gleich ganz auf Fleisch, Milch und Käse verzichten möchtest, sind Bio-Produkte auch hier wieder eine gute Alternative. Bei ihrer Produktion muss weitgehend auf den Import von Futtermitteln verzichtet werden, zu deren Produktion sonst artenreiche Waldgebiete zerstört oder Meere leer gefischt werden. Zudem wird Wert auf eine artgerechte Tierhaltung gelegt. Auch weniger Fleisch zu essen ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Noch Fragen? Stell Deine Fleischfrage unter www.fleischfrage.wwf.de!

 
Stoff statt Plastik

Der durchschnittliche EU-Bürger verbraucht pro Jahr rund 500 Plastiktüten, wovon die meisten durchschnittlich nur eine halbe Stunde im Gebrauch sind und dann weggeschmissen werden. Nur ein sehr geringer Prozentteil wird recycelt und ein beachtlicher Teil verschmutzt unsere Meere. Es kann Jahrhunderte dauern, bis Plastik vollständig abgebaut ist. Das lässt sich einfach vermeiden, indem man immer einen Stoffbeutel oder einen Rucksack mit zum Einkaufen nimmt! Aber nicht nur beim Verstauen der Einkäufe, sondern auch bei den Produkten selbst kannst Du darauf achten, dass ihre Verpackungen recycelbar sind. Greife lieber zu Glas oder Pappe als zur Plastikverpackung.

 

Wegwerfen
„Kauf gezielter ein und kaufe nur so viel, wie Du wirklich brauchst.“ Ziemlich selbstverständlich und eindeutig klingt manch eine Lösung gegen die globale Essensverschwendung. Und trotzdem vergessen wir im Alltag oft genau diese simple Richtlinie, die die große Menge weggeworfenen Essens verringern könnte. „Vertrau den eigenen Sinnen“, wäre eine andere. Viele Produkte sind auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums immer noch gut und müssen nicht gleich weggeschmissen werden. Für die, die gerne was anderes ausprobieren möchten, wäre die Online-Lebensmitteltauschbörse Foodsharing eine Überlegung wert. Statt das Essen wegzuwerfen, kannst Du Deine überschüssigen Lebensmittel an andere Personen verschenken. Eine vielleicht radikalere Methode wäre das Containern: Viele Supermärkte und Restaurants werfen oft noch original verpackte und brauchbare Lebensmittel weg, sei es aufgrund des abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums, aufgrund von Druckstellen oder einfach, weil sie überschüssig sind. Leute, die containern, holen diese Lebensmittel wieder aus den Mülltonnen heraus und verwenden sie.

 

Bilder: jock+scott / photocase.com, Creative-Common-Lizenz by SweetOnVeg@flickr, Creative-Commons-Lizenz by lovesonic@flickr, Creative-Commons-Lizenz by thebittenword.com@flickr, Creative-Common-Lizenz by WordRidden@flick, Creative-Common-Lizenz by Leo Reynolds@flickr