„Wir arbeiteten und lebten in Libyen, ein Land in unserem Kontinent Afrika, das uns die Möglichkeit gab, unsere Existenz zu sichern. Wir hatten nie die Absicht nach Europa zu kommen. Mit der Intervention der NATO, zum “Schutz der Zivilbevölkerung” hieß es, eskalierte der Krieg und wir verloren alles. Viele verloren ihr Leben. Ein Teil von uns wurde mit überfüllten Booten aufs Mittelmeer geschickt. So kamen wir nach Lampedusa. Viele starben auf der Überfahrt.“ So beschreiben Flüchtlinge aus Libyen ihre traumatischen Erfahrungen der Flucht.

 

Lampedusa ist eine Insel im Mittelmeer zwischen Tunesien und Sizilien. Dort stranden jedes Jahr Tausende Afrikanerinnen und Afrikaner. In der Hoffnung auf ein Leben ohne Armut und Krieg, riskieren sie die Überfahrt in kaum seetüchtigen Booten. Bisher ertranken etwa 19.000 Menschen im Mittelmeer bei dem Versuch, Europa zu erreichen. Der neue Papst Franziskus hatte im Juli als erste offizielle Reise die Flüchtlinge auf Lampedusa besucht. Mit sehr deutlichen Worten prangerte er die weit verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal von Migrantinnen und Migranten an und forderte mehr Solidarität mit den Flüchtlingen.

 

Rund 300 Lampedusa-Flüchtlinge leben seit Ende 2012 in Hamburg. Die Stadt will sie am liebsten sofort wieder nach Italien zurück schicken, obwohl die Lager überfüllt sind und sie dort kein sicheres Leben führen können. Formal beruft sich der SPD-Senat auf das so genannte „Dublin II-Verfahren“ (weitere Infos dazu findest Du hier), das Flüchtlinge in die Länder der EU zurück zwingen will, die sie auf ihrem Fluchtweg gekreuzt haben.

 

Nach wie vor ist ihr Status hier unsicher und der regierende SPD-Senat verweigert ihnen jede Unterstützung. Einige haben Unterschlupf in der St. Pauli Kirche gefunden, andere leben ohne ein Dach über dem Kopf. Die Flüchtlinge aus Libyen sind zum Spielball der Politik geworden: Weder die Stadt Hamburg noch das Land Deutschland fühlt sich für sie verantwortlich.

 

„Wir sind hier, um zu bleiben. Wir hoffen auf Eure Solidarität“, so endet der eindringliche Aufruf der Menschen, die hier seit einem halben Jahr unter uns leben. Du möchtest aktiv werden und das Anliegen der Flüchtlinge unterstützen? Komm am 17. August um 14 Uhr zur Demo! Start ist am Hauptbahnhof. Auch Sach- und Geldspenden werden dringend benötigt. Eine Liste findest Du auf der Seite: www.lampedusa-in-hamburg.org. Dort kannst Du Dich auch weiter über die Hintergründe der Flucht, die aktuelle Situation auf Lampedusa und über die Situation der Flüchtlinge in Hamburg informieren.

 

Bilder: Gruppe “Lampedusa in Hamburg”

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