Dieser Tage flattern bei allen wahlberechtigten Menschen in Hamburg die Unterlagen für die Bundestagswahl sowie für den Volksentscheid über den Betrieb der Energienetze ein. Am 22. September gibt es also einiges Wichtiges zu entscheiden: Wer wird Deutschland die nächsten vier Jahre regieren und wer darf die Hamburger Netze (gemeint sind damit die  Strom-, Fernwärme- und Gasleitungsnetze) die nächsten 20 Jahre betreiben? Ein typischer Fall für Change-it, finden wir, und meinen damit besonders die 100% Rückübernahme der Energienetze.

 

Wie immer gibt es Pro & Contra, schließlich geht es um die stolze Summe von 1,6 Milliarden Euro, die die Stadt in die Hand nehmen müsste. Die in Hamburg regierende SPD findet den 100% Rückkauf der Netze zu teuer und verweist darauf, dass die Stadt mit dem jetzigen 25,1 %igen Anteil an den Netzen schon genug Mitsprache habe. Auch die CDU und die FDP sprechen sich gegen einen Rückkauf aus, während die Grünen und die Linke dafür sind. Die Initiative, warum überhaupt darüber entschieden werden kann, geht von einer Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus, die sich „Unser Hamburg – Unser Netz“ nennt.

 

Auf ihrer Homepage listen die Befürworter_innen des Volksentscheids verschiedene Argumente für eine Übernahme der Konzessionen auf:

 

* Die Übernahme ist finanzierbar. Andere Städten haben es bereits vorgemacht;

* Die Einnahmen kommen der Öffentlichkeit zu Gute und keinem profitorientierten Konzern;

* Die Energieversorgung wäre wieder in der Hand der Öffentlichkeit; Das bedeutet, es gibt mehr Transparenz und mehr Kontrollmöglichkeiten als bei einem privaten Unternehmen;

* Die derzeitigen Betreiber Vattenfall und E.on machen Milliardengewinne und stehen für Unternehmen, die bei der Energiegewinnung auf Atommeiler und klimaschädliche Kohlekraftwerke setzen. Wenn die Stadt Betreiberin wäre, könnte endlich eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien angegangen werden.

 

Am besten informiert ihr euch über das Pro & Contra. In den nächsten Wochen wird es dazu viele Möglichkeiten geben. So stehen die Befürworter/innen der 100% Übernahme auf Veranstaltungen, an Infoständen und im Netz Rede und Antwort. Wenn euch auch die Argumente der Befürworter/innen überzeugen sollten, dann könnt ihr ein/e Überzeugungstäter/in werden und das Engagement der ehrenamtlichen Initiative unterstützen. Die Parteien, die gegen den Rückkauf sind, informieren ebenfalls über eine Webseite und persönlich über ihre Positionen.

 

Du hast – wenn du wahlberechtigt bist – nun die Qual der Wahl: Stimme mit Ja für die 100%ige Übernahme der Netze oder mit Nein, wenn du dagegen bist.

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