St. Georg, der Stadtteil rund um den Hamburger Hauptbahnhof, ist traditionell ein Stadtteil, in dem viele arme Menschen leben. Nach wie vor gibt es viele, die keine Wohnung haben und auf der Straße leben: einige schlafen unter der Kennedy-Brücke, andere suchen Unterschlupf in den Geschäftseingängen und auch für die Flüchtlinge aus Lampedusa gibt es in St. Georg keine feste Unterkunft. Gleichzeitig gibt es jede Menge Leerstand von Wohn-, Gewerbe- und Büroflächen, wie z. B. das 3-stöckige Gebäude in der Koppel 95, das seit über 15 Jahren leer steht. Warum ist das so und vor allen Dingen, warum wird von politischer Seite dagegen nichts unternommen?, fragen sich der Einwohnerverein St. Georg, die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde und das Hamburger Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot. Sie rufen am Mittwoch, den 16. Oktober, zu einem gemeinsamen Aktionstag “Leerstand beenden – Her mit der Koppel 95!” auf. Um 12 Uhr gibt es eine Kundgebung vor dem leerstehenden Gebäude und um 19 Uhr geht es mit einer Kulturveranstaltung bei der Dreieinigkeitskirche weiter, um den Forderungen nach Schaffung von günstigem Wohnraum Nachdruck zu geben.

 

Und wer jetzt denkt, na gut, ein einzelnes Haus, das leersteht, wird die Wohungsnot ja nicht beheben, der sollte mal einen Blick auf den gut gepflegten Leerstandsmelder werfen. Hier zeigt sich, dass die Koppel 95 exemplarisch für den massenhaften Leerstand in ganz Hamburg ist. Und vielleicht fällt euch ja mal in eurer Nachbarschaft ein Haus auf, das schon lange leer steht. Der Leerstandsmelder freut sich über weiteres Futter.

 

Foto: Creative-Commons-Lizenz by K1irsch@flickr

 

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