Atomenergie

Neben den bisher genannten Energieträgern spielt die Atomenergie für die Weltenergieversorgung eine wichtige Rolle. Aber was genau ist Atomenergie und wie funktioniert so ein Atomkraftwerk?

Im Unterschied zu Erdöl, Erdgas und Kohle, ist die Kraft der Atome schwer vorstellbar, denn man kann sie nicht riechen, sehen, spüren oder schmecken. Atome sind so kleine Teilchen, dass sie mit dem bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Ein Atom besteht aus einem Atomkern, der wiederum aus verschiedenen Teilchen besteht, sowie eine Hülle aus Elektronen um diesen Kern herum. Je mehr Einzelteile einen Atomkern ausmachen, umso wackliger ist er und umso einfacher zerfällt er auch wieder. Und genau weil ein Atom diese Eigenschaft besitzt, wird in einem Kernkraftwerk der Zerfall der Atome künstlich herbeigeführt. Hierfür eignet sich das größte natürliche Atom am besten, nämlich das Uran, welches aus besonders vielen Teilchen besteht, die sich leicht voneinander lösen lassen. Im Reaktor eines Atomkraftwerks wird dann durch die Kernspaltung Wärme erzeugt, die auf Wasser übertragen wird und der Wasserdampf treibt eine Turbine an. Die Umwandlung der Energie geschieht dann prinzipiell ähnlich wie in anderen Wärmekraftwerken. Das Entscheidende bei der Atomkraft ist die unglaubliche Energie, die bei dieser Spaltung freigesetzt wird: So entspricht ungefähr 1 kg Uran einer Verbrennungswärme von 3000 Tonnen Steinkohle.

Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, hier noch mal ein kurzer Clip wie ein Atomkraftwerk funktioniert mit einer kurzen Diskussion über die Sicherheit eines Atomkraftwerks:

[VID]http://www.youtube.com/watch?v=SfjnRenEJz0[/VID]

Momentan setzten noch 31 Länder weltweit auf Atomenergie und viele wollen auch in absehbarer Zukunft nicht darauf verzichten. Der Anteil der Kernkraft an der Stromerzeugung liegt weltweit bei 17% und innerhalb der EU bei 31%. Was Deutschland betrifft, so kamen im Jahre 2013 15,4% des deutschen Stroms aus Kernkraftwerken.

Und jetzt kommt das große ABER: Es gibt kontroverse Einschätzungen und Positionen, was die Nutzung von Kernenergie zur Stromerzeugung betrifft. Während das eine Lager behauptet, die Kernkraft böte Vorteile wie geringe Stromkosten, geringere CO2 Emission und die Unabhängigkeit von Energieimporten, argumentiert das andere Lager mit dem verheerenden Ausmaß möglicher Unfälle, der allgemeinen Angst vor Strahlenbelastung, sowie mit der ungeklärten Frage der Endlagerung. Für viele Anti-Atom-GegnerInnen stehen die Vorteile der Atomenergie nicht im Verhältnis zu den Gefahren einer radioaktiven Verseuchung durch einen Atomunfall.  Der letzte GAU in Japan (Fukushima) im Jahre 2011 hat bei vielen wieder Erinnerungen an Tschernobyl wachgerüttelt und die katastrophalen Folgen bildlich gemacht. Auch die Tatsache, dass Atomkraft eine dual-use-Technologie ist, die also sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke eingesetzt werden kann, ist für viele AtomgegnerInnen ein weiterer Grund dagegen zu sein. Die Tatsache, dass der Klimawandel über Atomkraftwerke gestoppt werden könnte, halten viele für den falschen Weg, sondern sehen diesen eher im Ausbau der erneuerbaren Energien.

Fazit: Es gibt mehr als 100 gute Gründe gegen Atomkraft zu sein, man muss sich allerdings sein eigenes Bild machen. Das Elektrizitätswerk Schönau hat eine Kampagne gestartet, bei der 100 gute Gründe gegen Atomkraft aufgelistet werden. Auf der Website www.100-gute-gruende.de findest du Hintergrundinformationen und Quellen, einen Argumentationstrainer und praktische Ideen zum Loslegen. Dort kannst du auch direkt bewerten ob dich das Argument überzeugt oder ob du von den Fakten nicht überzeugt bist – perfekt um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Weitere Links und Hinweise zu Anti-Atombewegungen in Hamburg

www.ausgestrahlt.de

www.robinwood.de

www.greenpeace-hamburg.de

Bild: Creative Commons Licence by AndyRudorfer@flickr.com