Traumziel Hamburg?

| Verfahren |
Hamburg verfügt über eine Erstaufnahmeeinrichtung in der Sportallee mit einer Kapazität von 70 Plätzen. Außerdem hat Hamburg 30 Plätze der zentralen Einrichtung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Nostorf/ Horst angemietet. Von Beginn an haben Flüchtlingsorganisationen die dezentrale Lage des Ortes scharf kritisiert, weil dadurch der Zugang zu medizinischer Versorgung, Behörden, Beratungsangeboten sowie zur Schule und anderen sozio-kulturellen Einrichtungen enorm erschwert wird.

| Illegalisierung in Hamburg |
Stell’ dir mal vor, du könntest jederzeit von der Polizei festgenommen werden und das einfach so. Du wirst aus deinem sozialem Umfeld gerissen und in ein Land gebracht, das du womöglich nie vorher gesehen hast, in dem eine Sprache gesprochen wird, die du nicht beherrschst und in dem du keinerlei Orientierung oder Anlaufpunkte hast. Dieses Szenario erscheint dir mit Sicherheit so düster und brutal, dass du der festen Überzeugung bist, dass es so etwas in Deutschland nicht gibt.

Du irrst. Für tausende Menschen hier in Hamburg, unter ihnen auch viele Kinder und Jugendliche, ist dies eine reale Bedrohung. Die Rede ist von den Menschen, die ohne einen gültigen Aufenthaltstitel oder kurz gesagt „ohne Papiere“ in Hamburg leben. Oftmals sind sie hier, weil sie hoffen, hier in Hamburg in Sicherheit leben zu können. Doch ein solches Leben wird ihnen verwehrt. Selbst wenn sie nicht der Polizei ins Netz gehen, gestaltet sich ihr Alltag mehr als schwierig. All’ die Dinge, die für uns selbstverständlich sind wie Versicherungen, Arztbesuche, ein Bankkonto und das Recht auf Versorgung bei Unfällen sind für diese Menschen nahezu undenkbar. Zudem kommt es für sie meistens auch nicht in Frage, in gefährlichen Situationen die Polizei zu rufen, da die Angst vor der eigenen Abschiebung zu groß ist. Da sie somit ein Leben fernab von Rechtsstaat und sozialer Absicherung führen, werden sie schnell zum Opfer krimineller Machenschaften wie etwa der Zwangsprostitution oder dem Handel mit Drogen. Selbst wenn es ihnen gelingt, eine illegale Arbeit zu finden, bleiben sie ein beliebtes Opfer von Schikane und Minimallöhnen, da sie auf Grund ihres „illegalen“ Status keinerlei Rechte über den Staat einfordern können.

Um die Situation dieser Menschen zu verbessern und ihnen dabei zu helfen, sich auch in juristischen Auseinandersetzungen besser wehren zu können, haben sich verschiedene Initiativen und Organisationen gegründet. Bei ihrer Arbeit geht es zudem um eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema Migration, denn solange in vielen Ländern Armut und Gewalt den Alltag prägen, werden Menschen immer von dort fliehen und auf ihrer Flucht ihr Leben auf’s Spiel setzen in der Hoffnung, in einem westlichen Industrieland ein Leben unter menschenwürdigeren Bedingungen führen zu können.

Was Du selbst tun kannst!
Orte in Hamburg zum Thema Flucht!

Bild: Creative-Commons-Lizenz by caratello@flickr