Baumwollanbau

Baumwolle deckt knapp die Hälfte des globalen Faserbedarfs ab und ist eine der wichtigsten  landwirtschaftlichen Waren der Welt. Sie wird deswegen oft auch als “weißes Gold” bezeichnet. Doch um ihre Natürlichkeit und Reinheit ist es schnell geschehen. Baumwollpflanzen sind sehr anfällig für Krankheiten und Schädlinge und um eine möglichst große Produktion von Baumwolle zu erzielen, werden daher auch große Mengen an Pestiziden eingesetzt. Im konventionellen Baumwollanbau werden mehr Pestizide verwendet als bei jeder anderen Pflanze der Welt. Bei einem Anteil von weniger als 5 Prozent der globalen Ackerflächen werden 20 Prozent aller weltweit eingesetzten Pestizide für den Baumwollanbau benutzt. Damit einher gehen schwere Schäden für Boden, Wasser und die Gesundheit der Bauern und Pflücker/innen.

 


Kurzfilm über Kinder- und Zwangsarbeit auf den Baumwollfeldern in Usbekistan

 

Völlig unklar ist bislang, mit welchen Rückständen unsere Haut z. B. beim Tragen von Unterwäsche in Berührung kommt und welche Auswirkungen das für unsere Gesundheit hat.

Um den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren und die Ernteerträge zu steigern, setzt man seit den 90er Jahren gentechnisch veränderte Baumwolle (Bt-Baumwolle) ein. Neben Soja ist diese zum Vorreiter der gentechnisch veränderten Pflanzen geworden. Mittlerweile nimmt sie fast die Hälfte des weltweiten Baumwollanbaus ein. Doch der Einsatz von genetisch manipuliertem Saatgut hat sich nicht bewährt: Da die Bt-Baumwolle nicht resistent ist gegen Schädlinge, müssen genauso viele Pestizide zum Einsatz kommen wie beim herkömmlichen Saatgut. Das Gensaatgut ist auch wesentlich teurer als das herkömmliche. Bauern, die sich von der Werbung und dem leeren Versprechen der Konzerne auf bessere Ernten leiten lassen, verschulden sich häufig hoch. Bei Missernten verschärft sich ihre Situation noch zunehmend.

Hinzu kommt, dass Baumwolle enorme Mengen an Wasser benötigt. Pro Kilogramm Baumwolle sind je nach Anbaumethode und -region zwischen 7.000 und 30.000 Liter Wasser nötig. Weltweit verbraucht der Anbau von Baumwolle so viel Wasser wie alle Privathaushalte der Erde zusammen. Am Beispiel des Aralsees kann man sehen, wie es u.a. durch den hohen Wasserbedarf für den Anbau von Baumwolle dazu gekommen ist, dass der viertgrößte Binnensee der Welt ausgetrocknet ist. Außerdem werden durch den Pestizideinsatz erhebliche Wassermengen nachhaltig verseucht.

 


Der Film Harry Cotton zeigt warum eine nachhaltige Baumwollproduktion so wichtig ist.

 

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