Produktion

Bevor Deine Kleidung bei Dir im Schrank landet, durchläuft sie eine Reihe von unterschiedlichen Produktionsschritten. Die Baumwolle muss nicht nur geerntet, sondern auch veredelt, weiterverarbeitet und transportiert werden. Dabei werden große Mengen an Chemikalien eingesetzt. Weltweit gibt es rund 8.000 Textilhilfsmittel und 4.000 Farbstoffe, die zum Einsatz kommen. Oft werden gesundheitsgefährdende Chemikalien benutzt, die bei den Textilien für Eigenschaften wie „bügelfrei“ und „pflegeleicht“ sorgen. Zur Fixierung der Farben werden bis heute Schwermetalle und giftige Substanzen verwendet. Rückstände der Chemikalien dringen beim Tragen der Kleidung durch Reibung und Schweiß in die Haut ein. Die damit verbundenen gesundheitlichen Langzeitfolgen sind noch weitgehend unerforscht. Gleichzeitig werden durch Färben und Veredelungsstoffe große Mengen an Wasser verseucht. Da viele Textilfabriken ohne Abwasserrückgewinnungssysteme arbeiten, fließt das Wasser oft ungeklärt in den Boden, was nicht nur eine Gefahr für die Umwelt ist, sondern auch für die Menschen in der jeweiligen Region. Verseuchtes Trinkwasser ist Verursacher zahlreicher Krankheiten wie Durchfall oder auch Krebs.

Auch der Transport der Textilien belastet die Umwelt.
Bevor sie die Auslagen der Geschäfte erreichen, liegt zumeist eine Weltreise hinter ihnen. Die sogenannte „textile Kette” reicht tausende von Kilometern rund um den Globus: Die Baumwolle ist in einem afrikanischen Land gewachsen, wird in der Türkei gesponnen, in Indien gefärbt, in Bangladesch geschneidert und in Deutschland schließlich verkauft und getragen.

Der Großteil der Bekleidung wird in den Regionen des Globalen Südens hergestellt, vor allem in China, Südostasien oder Mittelamerika. Dort sind Arbeitskräfte billig und die Produktionskosten für die Firmen sehr gering. Die Produktion von großen Markenfirmen wie Nike und Adidas wird von namenlosen Vertragsunternehmern in zeitlich beschränkt existierenden Fabriken geleistet. Diese so genannten “Sweatshops” liegen häufig in Freihandelszonen mit besonderem Wirtschafts- und Steuerrecht. Anders als im Rest des Staates kommt die Gesetzgebung dort den Unternehmen sehr entgegen. Die Produktionskosten werden auf diese Weise so gering wie möglich gehalten. Doch es gibt auch eine Kehrseite dieser Praxis: Die Arbeiterinnen und Arbeiter in diesen Ländern leiden unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter ist durch die eingesetzten Chemikalien, schlechte Belüftung und fehlende Schutzkleidung gefährdet. In der Textilindustrie tätig zu sein, bedeutet in diesen Ländern bis zu 17 Arbeitsstunden am Tag, unbezahlte Überstunden, Kinderarbeit, keine oder kaum Pausen, Prügelstrafen, Misshandlungen und sexuelle Belästigungen. Gewerkschaften sind meistens nicht zugelassen und bei Schwangerschaft droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Auch die Entlohnung ist erbärmlich: Die Löhne sind oft nicht höher als ein Drittel des gesetzlichen Mindestlohns und nicht selten wird der Lohn den Angestellten bis zu 6 Monaten vorenthalten. Die Marken-Giganten wollen mit diesen Arbeitsbedingungen nicht in Verbindung gebracht werden, sorgen für eine lange und schwer nachvollziehbare Kette von Zulieferbetrieben und stecken ihr Geld lieber in die Ausgestaltung aufwendiger Werbekampagnen.

Obwohl diese problematischen Zustände weit entfernt und zunächst übermächtig erscheinen, können wir etwas dagegen tun. Viele Organisationen wie die Kampagne für saubere Kleidung kämpfen gegen diese Probleme auf nationaler und internationaler Ebene. Sie fordern von den Regierungen der Länder, in denen miserable Arbeitsbedingungen herrschen, Gesetze einzuführen, die die Arbeiter vor Missbrauch schützen. Auch die Internationale Gemeinschaft wird in die Pflicht genommen, Druck auf diese Länder und die beteiligten Unternehmen auszuüben. Doch auch wir Konsumenten/innen können in unserem privaten und alltäglichen Leben aktiv werden. Als Verbraucher müssen wir unsere Einstellung zu Billig-Klamotten ändern und Klamotten aus Bio-Baumwolle und Fairem Handel kaufen.

 

Links
Kampagne für saubere Kleidung - Die deutsche Plattform der internationalen Organisation Clean Clothes Campaign, die über Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie informiert.
 
Willst du mehr über die Machenschaften bei KiK wissen? Die ARD hat mit ihrer Dokumetation die Produktionsverhältnisse der billigen KiK-Produkte dargestellt.
 
Was Du selbst tun kannst!
Orte in Hamburg zum Thema Klamotten!

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